Lesetext - Freiheitsentziehende Maßnahmen

Lesen Sie den Text. Klären Sie die unbekannten Wörter mit Hilfe des Wörterbuchs und schreiben Sie die neuen Begriffe ins Kursglossar.

Freiheitsentziehende Maßnahmen in der Pflege sind alle Maßnahmen, die eine Person gegen ihren Willen daran hindern, sich frei zu bewegen und den Aufenthaltsort zu verändern. Solche Maßnahmen sind z.B.: Bettgitter, Fixiergurte im Bett, Bauchgurte am Stuhl oder Rollstuhl, das Feststellen der Rollstuhlbremse, das Wegstellen von Schuhen, das Verschließen von Türen und auch medikamentöse Ruhigstellungen, die nicht der Heilbehandlung dienen. Eine neue Technik ist das GPS-Armband. Es zeichnet die Bewegung der Bewohner auf und löst im Dienstzimmer der Pfleger einen Alarm aus, wenn ein Bewohner oder eine Bewohnerin die Ausgangstür durchschreitet.

Freiheitsentziehende Maßnahmen in Pflegeheimen sind ein Eingriff in die Selbstbestimmung und die Freiheitsrechte von Pflegebedürftigen. Sie sind deshalb immer nur das letzte Mittel der Wahl und dürfen nur in Ausnahmefällen und nach gründlicher Prüfung aller Alternativen angewendet werden.

Grundsätzlich sollen freiheitsentziehende Maßnahmen dem Schutz der Pflegebedürftigen dienen und dürfen nicht zur Erleichterung der Pflege eingesetzt werden.

Über freiheitsentziehende Maßnahmen dürfen nicht die Pflegekräfte und auch nicht die gesetzlichen Betreuer von Pflegebedürftigen entscheiden. Rechtlich zulässig ist eine freiheitsentziehende Maßnahme nur durch den Beschluss eines Richters oder im Notfall zur Abwendung einer akuten Gefahr, z.B. bei einer Suizidgefährdung.

Last modified: Friday, 26 July 2019, 8:52 AM